Zum Jahresausklang ....
... den sehr authentischen Bericht einer Mutter, der mich vor wenigen Tagen erreicht hat.
Lini
Hallo Lini!
Ich würde dir gerne schreiben, wie es uns mit der Windelfreiheit geht, und was sie mit uns "macht". Während der Schwangerschaft wuchs in mir dieses Bedürfnis nach Ursprünglichkeit. Ich wollte alles von meinem Baby fernhalten, was nicht von Natur aus für es gedacht war. Nur beim Thema Windeln kam ich nicht weiter. Mein erster Gedanke war: Natürlich Stoffwindeln. Aber ich war nicht ganz zufrieden. Immer wieder dachte ich mir: Babies haben alles was sie brauchen, wenn sie zur Welt kommen.
Also eben KEINE Windel. Ich suchte im Internet und wurde zum Glück fündig. Ich bestellte deine Broschüre und war Feuer und Flamme. DAS war wonach ich gesucht hatte. Mein Mann und ich beschlossen erst mal niemandem davon zu erzählen und erst abzuwarten bis unser Kind geboren wurde. Unser Sohn kam per Notkaiserschnitt zur Welt. Ich war am Ende. So begann also sein Leben: Zwischen blauen Kitteln und Neonröhren. Ich brauchte einige Wochen, um das zu verarbeiten. Ich hielt ihn zwar seit seiner zweiten Lebenswoche immer nach dem Aufwachen und nach dem Stillen ab, aber windelfrei war er nicht.
Als er zwei Monate war, besuchten wir dein Instensivseminar. Mittlerweile ist er neun Monate alt und Lulu und Gaga machen ist für ihn das selbstverständlichste auf der Welt. Natürlich hatten wir auch unsere "schwierigen Zeiten", aus denen wir aber immer gestätkt hervorgingen. Die Leute in unsrer Umgebung sind immer wieder fasziniert. "Wie machst du das?" oder "Das habt ihr ihm aber schon gut beigebracht!" Sie können es kaum glauben, wenn wir sagen: Das hat unser Sohn UNS beigebracht. Wir waren nur aufmerksam Lernende. Die Windelfreiheit hat positiven Einfluss auf unser Ganzes Leben genommen. Wir sind achtsamer geworden, auch gegenüber den Bedürfnissen von Anderen. Wir trauen uns wieder auf unser Gefühl zu hören, wir lernen jeden Tag wieder unserer Intuition zu vertrauen. Wir lassen uns nicht mehr verunsichern, durch irgendwelche Konventionen. Wir haben wieder gelernt selbst zu denken, nichts als "Maß der Dinge" hinzunehem. UND: Wir haben unsere Freunde, Familie, Nachbarn,... neu kennengelernt. In diesem Zusammenhang ist mir vor allem aufgefallen, dass sich die Meisten (die selber Kinder haben) in Frage gestellt fühlen.Wir haben eine "sanfte Revolution" erlebt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Windelfreiheit unseres Sohnes der "positive Nebeneffekt" aller anderen Veränderungen in unseren Leben ist, und nicht umgekehrt. Ich bin dankbar, dass ich durch meine Schwangerschaft und die Geburt unseres Kindes "zurückfinden" kann. Jeden Tag wieder.
So möchte ich mich zum Abschluss bei dir bedanken, dafür, dass du diesen Prozess auch in der Praxis möglich gemacht hast. Ohne deine Seite im Internet und das Seminar, wäre es sehr schwierig, wenn nicht unmöglich für uns gewesen.
Mit lieben Grüßen
Barbara Vogl
