Grenzerfahrung ...

Eltern zu sein bedeutet immer wieder eine Grenzerfahrung. Jene nämlich der eigenen Grenzen. Bevor überhaupt darüber nachgedacht werden kann, welche Grenzen ich meinem Kind setze, müssen wir darüber nachdenken, welche Grenzen wir uns selbst im Umgang mit dem Kind setzen und wo unsere eigenen Grenzen liegen.

Denn, wer seine eigenen Grenzen nicht achtet, der kann nicht erwarten, dass dies jemand anderer tut. Eltern, die ihre eigenen Grenzen permanent übertreten, die nicht gut auch sich selbst achten, ihre Bedürfnisse und Gefühle fortwährend missachten, die können nicht erwarten, dass ihr Kind diese, ihre Grenzen, Bedürfnisse und Gefühle dann achtet. Oder anders gesagt, sie können dann nicht von ihrem Kind erwarten, dass es ihre Grenzen achtet.

Zuallererst müssen Eltern also auf sich selbst acht geben und ihre Grenzen wahrnehmen. Natürlich braucht ein Baby die ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung, aber dennoch können wir die Zeit, wenn das Baby schläft für uns nutzen um ein wenig zu entspannen als im Kreis zu laufen und zu versuchen "alles" perfekt zu machen. Und ein älteres Kind? Erleidet keinen Schaden, wenn wir ehrlich und authentisch sind und ihm in angemessenem Tonfall sagen, dass und dieses oder jenes jetzt einfach zu viel ist, dass wir dieses oder jenes nicht wollen, dass wir ein bisschen ausruhen wollen ...

Der Grundsatz ist im Prinzip also sehr einfach: wenn ich auf mich selbst achte und meine Bedürnisse respektiere, dann werden sie auch von anderen geachtet und respektiert. Schwieriger ist da schon die Umsetzung, aber wie in der Beziehung zum Kind müssen wir auch hier nur den Mut dazu haben, zu uns selbst zu stehen und uns selbst zu vertrauen.

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