Warum diese "Aufopferung"?
Im Prinzip könnte man es sich sehr einfach machen. Ist das Baby einmal da, muss man einfach dem Mainstream folgen ohne sich lange Gedanken darüber zu machen, was ein derartiger Umgang für das Baby bedeutet. Es wird nach Plan gefüttert, "darf" im eigenen Bettchen und Zimmer schlafen, und bekommt zu seiner Förderung ein Haufen Programm aufgetischt, das seine Entwicklung optimal unterstützen soll. Zum Spazierengehen kommt es in den Kinderwagen von wo es nur in Notfällen rausgenommen wird. Weinen, ist definitiv kein Notfall, wenn das Baby nicht hungrig ist. Es reicht also das Baby ein wenig im Wagerl hin und her zu schieben und das Weinen am besten zu ignorieren, irgendwann wird es schon merken, das sein Weinen nichts bringt. An dem Punkt hat man es geschafft, der Plan, sein Baby nicht zu verwöhnen wurde erfolgreich ausgeführt.
Warum also der "ganze Aufwand" mit Stillen und Tragen und Kuscheln und dann auch noch windelfrei? Warum?
Weil es hier um kleine Menschenkinder geht. Weil es um KInder geht, die einmal -so wie wir jetzt- Kinder haben werden und in deren Hand es liegen wird, wie der Umgang untereinander ist. Weil wir als Eltern es in der Hand haben, wie es unseren Kindern ergeht und ob sie glücklich und zufrieden oder im ständigen Machtkampf mit sich selbst und den Eltern aufwachsen.
Weil ich es in der Hand habe, meinem Baby alles zu geben, was es braucht um sich gesund, glücklich und zufrieden zu entwickeln. Weil ich es in der Hand habe, ihm von Anfang an sein "Sauber sein" zu ermöglichen und weil ich es in der Hand habe, ob es zu einem bindungsfähgien Menschen oder einem psychischen Wrack heranwächst, das ständig auf der Suche nach Erfüllung ist.
Eben darum, trage ich mein Baby solange und soviel es das braucht. Eben darum schläft es im Familienbett. Eben darum wird auf jedes seiner Bedürfnisse achtsam eingegangen und eben darum trägt mein Baby keine Windel. Weil ich es in der Hand habe und weil es im Prinzip das einfachste und natürlichste ist, was wir tun können. Und nein, das ist weder Aufopferung noch Aufwand .
Der Preis dafür, für all den (vermeintlichen) "Aufwand"? Ein glückliches und ausgeglichenes Baby und eine wunderbare, intensive Beziehung zu ihm.
