Windelfrei mit zwei kleinen Kindern?
Wenn sich das zweite Baby nur wenige Monate nach der Geburt des ersten Kindes ankündigt, dann bedeutet das meist -neben all der Freude- auch eine Menge an Fragen. Neben der Angst, all den Anforderungen nicht gerecht zu werden stellt sich zumeist -für windelfrei"praktizierende" Eltern- auch die Fragewie das dann mit der Kommunikation gehen soll. Denn das ältere Baby ist meist noch keinesfalls so weit, das es wirklich immer und zuverlässig alleine aufs Klo geht oder sich meldet. Zudem hält sich der "Eifersuchtsmythos" hartnäckig in den Köpfen der Menschen und bereitet lange bevor es überhaupt soweit ist, vielen etliches an Kopfzerbrechen.
Ich glaube je weniger Eltern prophylaktisch gegen einen möglicherweise auftauchende Eifersucht vorgehen (wie es immer wieder gerne empfohlen wird) und vielmehr das erste Kind in angemessener und altersgerechter Weise auf das Baby vorbereiten, desto wahrscheinlicher taucht Eifersucht überhaupt nicht oder nur in sehr geringem Maße auf. Als positiv hat es sich beispielsweise immer wieder herausgestellt, das das ältere Kind -falls es nicht bei der Geburt dabei ist/war- wenn es zum ersten Mal die Mutter und das Baby nach der Geburt sieht. Die Mutter ihre Arme für das Kind frei hat um es darin aufzunehmen. Anscheinend hat dies auf das ältere Kind so eine Wirkung wie: "für mich ist da auch noch genügend Platz".
Ob die Geburt eines weiteren Kindes sich in bestimmter Weise auf die Kommunikation mit dem älteren Kind auswirkt und es vielleicht gar zu einer Streikphase kommt lässt sich so, generell, nicht sagen. Denn jedes Kind, jede Familie, jede Situation ist anders und erfordert demnach auch etwas eigenes. Wie in den meisten Alltagssituationen im Leben mit Kindern gibt es kein Allgemeinrezept, sondern nur Anregungen und Tipps. Erfahrungsgemäß lässt sich zwar sagen, das Kinder, die jünger als zwei Jahre sind sich in der ersten Zeit mit dem neuen Baby schwerer tun als etwas ältere Kinder, weil das Bedürfnis nach der Mutter doch oft noch sehr groß ist. Aber auch das ist keine Einheitsregel sondern die Erfahrung von Müttern.
Wichtig ist, ein Punkt der uns allen sehr schwer fällt, sich nicht davor zu scheuen, eine kompetente Person anzurufen und um Rat zu fragen, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß oder glaubt, es nicht mehr zu schaffen. Ebenso gut tut ein Gespräch mit einer lieben Freundin und/oder anderen Müttern, denen es vielleicht ebenso ergangen ist.
In dem Sinn, wünsche ich euch allen, die ihr euch gerade in dieser Situation befindet alles Liebe und viel Kraft für die bevorstehende Herausforderung.
