Aktuelles von Lini

schiefe Optik

Erziehungsansichten sind so eine Sache. Heiß diskutiert und nicht selten vollkommen widersprüchlich aber zum Großteil vollkommen absurd.

Denn natürlich soll dem Baby alles mögliche gelernt werden. Wie schon häufig geschrieben lernt ein Baby allem Anschein nach nicht von selbst, wenn man es nicht dazu anhält. Es soll essen lernen, schlafen lernen, sitzen, stehen und gehen lernen, es soll sprechen lernen und vor allem soll es lernen von den Eltern unabhängig zu sein. Der Weg dahin führt über zahlreiche Erziehungsmethoden die von Zurückweisung über gezielte Fördermaßnahmen bis hin zur Verweigerung (von Nähe, Zuneigung etc.) reichen.

Ein einjähriges Baby, das noch getragen wird, sollte nicht mehr getragen werden, weil es lernen muss selbst zu gehen. Aber im Kinderwagen können wir es bis zum fünften Lebensjahr führen. An der Brust soll es nicht länger als sechs Monate trinken, aber Fläschchen und Schnuller kann es endlos haben. Von den Eltern soll es möglichst schnell unabhängig sein, aber niedliche kleine Stofftiere kann es ewig mit sich herumschleppen und niemand würde auf die Idee kommen es bedenklich zu finden, das fünfjährige Kinder noch im Kinderwagen liegen, einen Schnuller im Mund haben und am Abend ihr Fläschchen verlangen. Niemand würde auf die Idee kommen dem Kind alle möglichen Schäden anzudichten, weil es noch am Schnuller nuckelt, seine Kuscheldecke im Arm hat und ein Fläschchen braucht. Niemand dichtet dem Kind in solchen Fällen Ödipuskomplexe oder psychische Ströungen an, aber .... ABER WENN ES NOCH AN DER BRUST TRINKT, GETRAGEN WIRD UND BEI DEN ELTERN IM FAMILIENBETT SCHLÄFT, dann wird das quasi als Allgemeingefährdung und Versagen der Eltern betrachtet. Immerhin geben sie im das, was für seine Entwicklung das Beste ist, aber das wollen wir ja nicht oder?

Lieber haben wir Kinder, die aufgrund mangelndem Körperkontakt resignieren, die irgendwann aufgeben ihre Bedürfnisse zu signalisieren und lieber auf die Ersatzbefriedigungen aus Plastik zurückgreifen. Lieber haben wir Kinder, die Bindungsstörungen aufweisen und mangelndes Selbstwertgefühl haben. Lieber haben wir Kinder zu denen wir keine starke Bindung mehr haben, die uns phasenweise irritieren und bei denen wir froh sind, wenn sie in sämtlichen Einrichtungen verweilen.
Provokant, diese Aussagen? Mag schon sein, aber leider real.

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WINDELFREI - Fest in Wien

Anlässlich der Vereinsgründung geben wir ein Fest:

WINDELFREI FEST

windelfrei - freilernen - selbstbestimmt Leben

26. 5. 2012 ab 11:00

im SO

in der Johann-Strauss Gasse 33, 1040 Wien

Programmpunkte:

Vorstellung der Vereinstätigkeit

Vorstellung der ersten Vereinszeitung

Vorträge von Mitwirkenden der Vereinszeitung zu den Themen
ihrer Artikel

Speakers Corner zu den Themen Windelfreiheit, Freilernen,
selbstbestimmtes Leben und natürliches Aufwachsen
Tauschbasar

Mitzubringen:
Super gute Laune
Leckereien die unser Buffet ergänzen und die man selbst gerne
isst
1- max. 3 Gegenstände die man gerne zum Tausch anbieten
möchte

Wir freuen uns auf euer zahlreiches Kommen!

 

Für Kinder gibt es gleich ums Eck einen tollen Park mit Kinderspielplatz!

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Gedanken zur Windelfreiheit

6 Millionen Windeln täglich in Deutschland, die in den Müll wandern. 8 Millionen in Großbritanien (die anderen europäischen Staaten werden da in nichts nachstehen was die Mengen betrifft). Müllberge die stetig wachsen, Umweltkatastrophen die sich nicht mehr verhindern lassen und wir alle tragen tagtäglich dazu bei. Durch unser Konsumverhalten, durch unseren Plastiklifestyle und die Tatsache, dass es kaum mehr Produkte zu kaufen gibt, die ohne Plastik sind -sei es nun die Verpackung oder der Inhalt.

Sollten wir nicht langsam zum Nachdenken anfangen. Sollten wir uns nicht langsam aber sicher wirklich Gedanken darüber machen, wie sich das stetige Wachstum der Müllberge zumindest eindämmen lässt? Sollten wir, aber tun wir es wirklich? Wo stehen wir, wenn wir Windelfreiheit als zu stressig und zu lästig erachten, wenn wir meinen, dass es nicht notwendig ist uns darum zu kümmern, was in den Müll wandert und was mit ihm passiert. Ist es wirklich einfacher ein Kind mindestens zweieinhalb Jahre (was heute schon wenig ist) zu Wickeln als vielleicht ein Jahr etwas mehr Achtsamkeit in Bezug auf seine Bedürfnisse zu haben?

Keine Frage, viele Eltern fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, dass eine Panne nur in die Windel geht und nicht in die Hose. Und entspannte Eltern sind immer noch besser als gestresste. Aber es gibt heute genug Alternativen zu einer Wegwerfwindel, die Eltern Möglichkeiten bieten, wenn sie nicht ganz auf die Sicherheit einer Windel verzichten wollen.

Der Aspekt der Müllvermeidung mag bei der Windelfreiheit nicht primär im Vordergrund stehen, zu vernachlässigen ist er dennoch nicht und sollte immer wieder betont und den Menschen auch vor Augen geführt werden.

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Studien und Irrglauben

Seit neuestem ist bekannt, dass laut einer Studie angeblich jene Kinder zu Bettnässern werden, die zu früh auf den Topf gesetzt wurden. Für die Kritiker ist das natürlich wieder ein Bestätigung, wie schrecklich und schlecht es für das Baby ist, wenn es ohne Windel groß und über ein Töpfchen gehalten wird.

Dabei kann -bei logischer Schlussfolgerung- ein Kind das nicht verlernt hat auf sein Ausscheidungsbedürfnis zu reagieren, gar nicht an den Punkt kommen, an dem es diesem dringenden Bedürfnis keine Aufmerksamkeit mehr schenkt. Es ist absurd anzunehmen, dass ein Kind durch die Achtsamkeit seinen Bedürfnissen gegenüber Schaden erleidet. Windelfreie Babys haben später weder eine übertriebene Aufmerksamkeit ihrem Ausscheidungsbedürfnis oder ihren Genitalien gegenüber noch erleiden sie Angstzustände wenn sie die Toilette sehen.

Keine Frage, Druck, Lob und Belohnung, Stress, Manipulation und Disziplinierung -etwas wovon die Kommunikation mit dem Baby/Kleinkind/Kind sowie der liebevolle und respektvolle Umgang mit ihm weit entfernt ist- schaden einem Kind immer, nicht nur in puncto Sauberkeitserziehung.

Demnach sollte der Umgang mit Kindern generell achtsamer, liebevoller und verständnisvoller werden.

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oh, dass wäre mir viel ...

... zu stressig!!!!

Vorurteile gibt es ja viele und über alle zu schreiben wäre beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Dennoch möchte ich heute die Gelegenheit nutzen um eines der größten Vorurteile näher zu beleuchten. Denn sehr viele sind davon überzeugt, dass es wesentlich einfach und leichter ist, ein Baby zu wickeln als ein Baby ohne Windeln zu haben. Viele bewundern zwar die Tatsache, dass es Babys ohne Windeln gibt und dass das überhaupt geht meinen dann aber sehr schnell, dass ihnen das viel zu stressig wäre.

Um das hier einmal klar zu stellen. Die Kommunikation mit dem Baby ist und kann nicht stressig sein. Den Stress, den machen wir uns immer selbst. Weil wir denken es würde dauernd daneben gehen oder denken, dass man dann zu nichts anderem mehr kommt oder denken, dass das alles viel zu mühsam ist.

Ein Baby zeigt in der Erwartung das man ihm die entsprechende Möglichkeit bietet, wenn es auf die Toilette muss. Darauf kann man sich verlassen. Nicht das Baby stresst uns sondern unsere eigenen Vorstellungen und Erwartungen. Wenn wir diese außer Acht lassen können und damit beginnen uns selbst und dem Baby zu vertrauen, dann ist auch die Windelfreiheit nicht mit Stress verbunden.

Und einmal ganz ehrlich: sollten sich nicht auf Eltern gewickelter Kinder gestresst fühlen? Was ist wenn die Windel übergeht, oder sich das Baby nicht wickeln lässt, oder einem die Windeln ausgehen oder oder oder ...

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und ich kanns alleine ...

... zumindest im Freien und teilweise im Haus!

Unsere Jüngste (17 Monate) sagt seit ihrem zehnten Lebensmonat, dass sie aufs Klo muss mit gleichbleibendem Zeichen. Vor ein paar Wochen dann hat sie sich zum ersten Mal ganz alleine auf den Topf gesetzt - allerdings mit Hose und mir die Lacke im Topf sowie ihre nasse Hose gezeigt.

Jetzt wo es so warm ist und wir den ganzen Tag draußen im Garten verbringen versuchts sie es auch wieder alleine. Das hat in den letzten Tagen einige nasse Hosen beschert, weil sie sich nicht helfen lassen wollte, die Hose aber nicht alleine ausziehen konnte und sich immer mit der Hose hingehockerlt hat (wie sie es von ihrer Schwester gesehen hat). Heute dann zum Glück eine Hose angezogen die sie alle paar Schritte verloren hat, weil sie für die Hose (wie ich erst beim anziehen bemerkt hab) viel zu schmal ist und siehe da jetzt hat sie den Dreh raus. Hose runter irgendwohin hockerln eventuell noch Platz wechseln (vielleicht ein paar Mal, weil überall so interssante Dinge zu sehen sind in der Hocke und man da ganz aufs Lulu vergisst) und dann einfach Lulu machen (oder auch Kaka). Ob die Hose dann auch wieder hinauf gezogen wird ist eher nebensächlich, weil ja spielen viel interessanter ist!

Im Haus läuft es da noch nicht so rund ... aber das Töpfchen wird immer interessanter. Sogesehen ist sie "topfit" wie unsere Nachbarn sagen würden.

Selbstständig zu sein ist etwas herrliches. Und was das für mich bzw. uns bedeuetet. Zuhören, Zulassen und Vertrauen, einmal weniger hingreifen, weniger abnehmen, weniger misstrauen, einmal mehr zutrauen, zurückhalten und abwarten und dann freuen, freuen, freuen und mit dem Kind/den Kindern lachen.

Diese kleine Episode unseres heutigen Tages für alle die gerade darüber grübbeln ob sich das Alles überhaupt lohnt. Habt einfach nur den Mut zu vertrauen

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monatliche Treffen ....

... für windelfrei praktizierende Eltern. Eine offene Gruppe für alle Eltern die einmal in die Windelfreiheit hineinschnuppern oder andere Erfahrungen hören wollen ebenso wie für all jene Eltern, die den Austausch suchen, Fragen haben oder einfach an einer Gruppe teilnehmen wollen, in der sie nicht die "Exoten" sind, weil die Babys keine Windel haben.

Nächste Gruppe: Montag den 16.4.2012 im Nanaya

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ohne Kontrolle!!

Windelfreiheit hat nichts mit Kontrolle der Ausscheidungsbedürfnisse des Babys zu tun, dass wissen wohl alle mittlerweile, die sich näher mit der Thematik auseinander gesetzt haben oder setzen. Dennoch, die Kontrolle beiseite zu lassen fällt wohl am schwersten.
Wir sind es nicht gewohnt, uns selbst zu vertrauen oder gar unseren Babys. Wir glauben nicht daran, dass sie uns zeigen, was sie brauchen und halten immer noch fest an dem Mythos (wenn vielleicht auch unbewusst), dass Babys das nicht könnten und wir ihnen das alles erst beibringen müssten. Abgesehen davon glauben wir nur dann "gut" zu sein, wenn wir die Leistung bringen - was hier soviel heißt wie: so wenig nasse Höschen wie möglich, so viel Lulu im Topf wie möglich und dabei so entspannt wie möglich.

Gerade meine jüngste Tochter hat mir gezeigt, wie einfach alles ist, wenn man sich nicht von den eigenen Gedanken verleiten lässt, wenn man die eigene Unsicherheit in den Wind schlägt und sich immer wieder vor sagt: das es nur gut gehen kann.

Babys zeigen und wenn sie müssen aber noch mehr können wir darauf vertrauen, dass wir merken wann sie müssen. Ganz ohne Kontrolle, ganz ohne verbissen, bewusste Aufmerksamkeit und ganz ohne Unsicherheit, dass es ja daneben gehen könnte.

Die eigene Unsicherheit, die Kontrolle und bewusste Aufmerksamkeit auszuschalten kann da schon etwas schwieriger sein, aber mit ein paar Tricks geht auch das. Vielleicht ein Mantra entwerfen und sich immer vorsagen oder keine Nachrichten auf Post-It's oder Zettel die an allen möglichen sichtbaren Stellen hängen ... und irgendwann wird das Vorhaben real und normal.

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